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1. Dezember 2015 – ganznormal.at - Experten zu Gast bei den Gesundheitsgesprächen der Plattform vie-health

Im Rahmen der Veranstaltungsserie vie – very important enterprises mit dem Schwerpunkt Gesundheit waren Mitglieder und Unterstützer von ganznormal.at geladen. Experten von ganznormal.at, wie Prim. Dr. Georg Psota (PSD Wien, Präsident der ÖGPP), Prim. Dr. Andreas Walter (PDO SMZ-OST) und Dr. Gerhard Klicka (GF IBG) als auch Dr. Monika Spiegel (SFU) und Werner Brix diskutierten über die Bedeutung psychischer Gesundheit bei Arbeit und Unternehmen und standen dem interessierten Publikum Rede und Antwort.

Trotz der ASchG-Novelle 20013 kann man die Situation für die von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz Betroffenen noch nicht als Erfolgsgeschichte betrachten. Es zeigt sich lt. Monika Spiegel (SFU), dass Führungskräfte mit den Ergebnissen der verpflichtenden Evaluierung der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz oftmals nicht umgehen können. Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen sind nach wie vor  schwierig zu integrieren bzw. herrscht noch immer ein großes Tabu bzw. Stigma im Umgang mit einer psychischen Erkrankung vor. Einig ist man sich darüber, dass mangende Gleichstellung von physischen und psychischen Erkrankungen das Stigma befördert. Tatsächliche Gleichstellung würde unter anderem auch eine Vollfinanzierung der Therapien auf Krankenschein bedeuten. Dies würde die Akzeptanz von Menschen mit psychischen Erkrankungen erhöhen und das Stigma abbauen. Einig ist man sich auch darüber, dass es trotz der alarmierenden Zahl von 70% Invaliditätspensionen auf Grund von psychischen Erkrankungen leider keine schnellen Lösungen geben wird.
„Aber wir werden eine finden müssen“ so Georg Psota, „denn in Wahrheit trifft es jeden irgendwann im Leben. Noch herrscht die gesellschaftliche Meinung vor, dass man alles sein darf, nur um Gottes Willen nicht psychisch krank. Wohl wissend, dass es keine Gesundheit ohne psychische Gesundheit gibt!“ Die persönlichen Erfahrungen eines Werner Brix mit seiner psychischen Erkrankung, sein Weg von der Diagnose bis zur erfolgreichen Behandlung spiegeln den Status Quo des Versorgungsproblems und der Stigmatisierung wider: „Ein Künstler lebt immer mit einem großen finanziellen Risiko und es wäre mir ohne Promi-Bonus nicht möglich gewesen, diese für mich so wichtige Diagnose und Behandlung rasch zu erhalten. Diesen Promi-Status nützt Werner Brix als öffentliche Person seit seiner Erkrankung und setzt sich für einen offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen ein und fordert darüberhinaus - wie auch der Verein ganznormal.at - die Vollfinanzierung von Psychotherapie auf Krankenschein.
Dr. Ludwig Kaspar (netdoktor): „Es braucht noch mehr mutige Menschen wie Werner Brix, um dieses gesellschaftspolitische Problem zu lösen, um eine Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen zu erreichen. Um ein Tabu zu brechen muss man provozieren.“

Unter den Diskutanten und zahlreichen Gästen: Dr. Andrea Kdolsky, (BM a.D.), Dr. Ilse Behensky (Fair Therapy), Univ. Prof. Dr. Michaela Pinter, (Donau Universität Krems), Priv. Doz. Dr. Marlene Troch (Lebensmed Gesundheitszentren), Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres (Ärztekammer Wien) Dr. Martin Gleitsmann (WKO), Dr. Ralph Vallon (Gastgeber, Gründer von vie-health), GR Christian Deutsch (Vorstand ganznormal.at), Harald Neumann (GF Novomatic), Dr. Ludwig Kaspar (netdoktor), Hans-Jörg Tengg, KR Mag. Julian Hadschieff, KR Rudi Semrad (Mediclass), Dir. KR Gerhard Gucher (Vamed Vitality World), uvm.