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In Österreich sind rund 900.000 Menschen in psychischer oder psychiatrischer Betreuung. Die Dunkelziffer der psychisch erkrankten Menschen dürfte aber weitaus höher sein: Man geht davon aus, dass 1,2 Millionen Österreicher psychisch erkrankt sind. Den

19. Mai 2015 - ganznormal.at CLUB CUVÉE im Wiener Ringturm

In Österreich sind rund 900.000 Menschen in psychischer oder psychiatrischer Betreuung. Die Dunkelziffer der psychisch erkrankten Menschen dürfte aber weitaus höher sein: Man geht davon aus, dass 1,2 Millionen Österreicher psychisch erkrankt sind. Denn bei einem Drittel der Betroffenen wird die Erkrankung nicht diagnostiziert. Dienstagabend lud der Verein ganznormal.at gemeinsam mit Frau Dr.in Judit Havasi, Generaldirektor Stellvertreterin der Wiener Städtischen Versicherung und dem Club Cuvée in den Wiener Ringturm, um über die wachsenden Herausforderungen im Bereich der Versorgung von psychischen Erkrankungen, die Gründe von Nichtdiagnose von psychischen Erkrankungen

und deren volkswirtschaftlichen Folgen zu sprechen. „Irgend einmal wird das Gewissen der Gesellschaft erwachen und sie mahnen, dass der Arme ein ebensolches Anrecht auf seelische Hilfeleistung hat wie bereits jetzt auf lebensrettende chirurgische (...) Diese Behandlungen werden unentgeltliche sein. Es mag lange dauern, bis der Staat diese Pflichten als dringende empfindet. Die gegenwärtigen Verhältnisse mögen den Termin noch länger hinausschieben, (...) aber irgend einmal wird es dazu kommen müssen.“ zitierte Vereinsvorsitzender GR Christian Deutsch aus Sigmund Freuds „Wege der psychoanalytischen Therapie“ aus dem Jahr 1919 und leitete damit auf die Ziele des Vereins ganznormal.at über, die öffentliche Diskussion über seelische Gesundheit noch stärker zu fördern, um damit eine Enttabuisierung und die Gleichstellung zwischen physischen und psychischen Erkrankungen voranzutreiben. Coaching-Experte Dr. Ralph Vallon, widmete sich im Gespräch mit Gesundheitsökonom Univ.-Prof. Dr. Bernhard Schwarz den möglichen Gründen, die zu Nicht-diagnosen von psychischen Erkrankungen führen und den daraus resultierenden Folgen für unsere Volkswirtschaft, wie Frühpensionierungen und hohen Krankenstandsziffern.
Mit dem Fazit, dass auf Grund der demografischen Entwicklung und der sozialen Verhältnisse die Finanzierung der Betreuungsnetze bereits am Limit sei, jedoch im Bereich der Abstimmung der bestehenden Ressourcen, durch Vorsorge und Früherkennung eine Optimierung der Versorgungssituation in Österreich möglich ist. Und dabei kommt der Entstigmatisierung und Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen eine große Bedeutung zu, um Betroffenen die Scheu zu nehmen, frühzeitig Hilfe und Unterstützung zu suchen.

Denn: Es ist Zeit, ganz normal darüber zu reden.

Musikalisch ließ man den Abend mit stimmungsvollen Liedern, dargebracht von Adi Hirschal, ausklingen, der sich dankenswerter Weise - unter großem Applaus - in den Dienst der Sache stellte und auf diese Weise den Verein ganznormal.at unterstützte.

Unter den zahlreichen Gästen gesichtet: Dr.in Eva Höltl (Gesundheitszentrum Erste Bank), Kurt Mann, Mag.Sabine Weiss (Wiener Städtische Versicherung), Hansjörg Tengg, Paul Schauer, Dr. Georg Psota (PSD Wien), RA Dr. Ernst Schillhammer, Prim. Dr. med. Andreas Walter, Franz Solta (Infoscreen), und viele mehr!