Zum Inhalt springen
Vorstand

31. Oktober 2016 - ganznormal.at beim TAG DER SEELISCHEN GESUNDHEIT im Wiener Rathaus

Der „Tag der seelischen Gesundheit“ wurde heuer bereits zum 7. Mal auf Initiative der Stadt Wien durch den Wiener Krankenanstaltenverbund in Kooperation mit den Psychosozialen Diensten Wien und der Univ.-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie veranstaltet. Eröffnet wurde die Veranstaltung von GR Christian Deutsch (Vorstandsvorsitzender von ganznormal.at) in Vertretung von Frau Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger sowie von Prim. Dr. Georg Psota (Leiter des Fachbeirates von ganznormal.at).

Psychische Erkrankungen sind auch soziales Schicksal. Aufgrund der weiterhin vorherrschenden Stigmatisierung leiden die Betroffenen nicht nur unter ihrer Erkrankung selbst, sondern auch unter der gesellschaftlichen Reaktion auf ihre Erkrankung. Die Akzeptanz ist zwar für die Behandlung psychischer Erkrankungen gestiegen, nicht jedoch für die Betroffenen. An dieser Entwicklung haben Medien wesentlichen Anteil, denn sie gestalten die jeweiligen öffentlichen Bilder. Dem großen Wiener Psychiatriereformer Stephan Rudas gelang es oft die richtigen Worte für die öffentliche Wahrnehmung zu psychischen Erkrankungen und psychisch Erkrankten zu finden. In der heutigen Medienwelt scheint dies zunehmend schwieriger, aber durchaus möglich, wenn ethischer Journalismus am Werk ist.

Bei der  Podiumsdiskussion diskutierten Prim. Dr. Ralf Gössler, Chefarzt Dr. Georg Psota, Univ.-Prof. Dr. Johannes Wancata und Prim.a Dr.in Asita Sepandj zum Thema „Stigma als zusätzliche Krankheit“. Der Schauspieler und Kabarettist Werner Brix warf in seinem Programm „Mit Vollgas zum Burnout“ einen humoristischen Blick auf das Thema des seelisches Wohlbefindens, bevor die Veranstaltung mit der Verleihung der „Stephan-Rudas-Auszeichnung“ für JournalistInnen an den renommierten Journalisten Wolfgang Wagner/APA ausklang.

Die bis in den frühen Abend gut sehr besuchte Veranstaltung war für den Verein ganznormal.at einmal mehr eine gute Gelegenheit unsere Anliegen – Wege zur Entstigmatisierung von seelischen Erkrankungen sowie eine Gleichstellung von psychischen und physischen Erkrankungen - mit vielen Interessierten, Betroffenen und Fachleuten zu diskutieren. Das gibt uns Mut. Als gemeinnütziger Verein wollen wir auch in Zukunft Bewusstsein in der Gesellschaft schaffen, dass körperliche und seelische Erkrankungen mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick annehmen kann. Wir werden uns weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, dass psychische Erkrankungen gesellschaftliche Akzeptanz finden und Betroffene nicht stigmatisiert werden.

Und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.